Das Bier verändert sich

Bier war ein wichtiges Grundnahrungsmittel welches man dem unsauberen Wasser vorzog. Allerdings schmeckte der Gerstensaft dünn und war nicht besonders genießbar. Erst im Kloster veränderte sich das.

Bier im Mittelalter

Wie das Kochen war auch die Bierherstellung früher vor allem Frauensache. Mit dem aufkommen von Klöstern änderte sich das jedoch schnell. Das Bier war relativ dünn und aus Hafer hergestellt, was besonders in der Fastenzeit der Mönche kein gutes Getränk war, denn die Mahlzeiten fielen während dieser Zeit sehr dürftig aus. Um ein nahrhaftes und gut schmeckendes Getränk zu finden, beschäftigten sich die Mönche intensiv mit der Bierherstellung. Es galt: Flüssiges bricht das Fasten nicht. Somit konnten sie Bier konsumieren und damit sogar ein wenig ihren Hunger stillen, denn auch wir wissen, bis zu einem gewissen Grad sättigt Bier.

Der Bierkonsum nahm in Klöstern teilweise ein enormes Ausmaß an. Die Mönche durften aufgrund ihrer körperlichen Beanspruchung bei der Klosterarbeit pro Tag nur noch bis zu 5 Liter Bier trinken. Schon bald fingen sie an, das Bier nicht nur für eigene Zwecke zu Brauen. Gegen eine Gebühr durften sie es verkaufen. Die Klöster wurden zu wirtschaftlichen Betrieben. Auch Fürsten mussten Abgaben an die Klöster leisten, um von diesen ihr Bier zu bekommen. Es gab sogar sogenannte Klosterschenken, in denen jeder kostenlos Bier bekam.

Das Geheimnis der Klosterbrauereien

Dass das Bier der Mönche so erfolgreich wurde, lag daran, dass es qualitativ besser war, als alles andere, was man im Umkreis bekommen konnte. Zum einen achteten die Mönche genau auf die Qualität der Gerste, zum anderen konnten manche ihre ganze Zeit der Braukunst und der Herstellung von gutem Bier widmen. Klöster galten zu dieser Zeit als Zentren von Bildung und Forschung und hatten so wesentlich bessere Voraussetzungen für das Brauen von gutem Bier. Im Hochmittelalter gab es schließlich bis zu 500 Klosterbrauereien in Deutschland, wovon sich bis heute acht Klosterbrauereien gehalten haben. Die zwei berühmtesten sind die im Kloster Andechs (bei München) und die im Kloster Ettal (bei Oberammergau).

Das Bier entwickelte sich somit vom „normalen“ Nahrungsmittel zu einem wahren Genussgetränk.