Bier in der Antike

Bier war auch schon zur Zeit der Antike weit verbreitet. Allerdings hatten die großen Kulturen ganz unterschiedliche Meinungen zu dem Gerstensaft.

Die Germanen

Schon vor 3500 Jahren tranken die Germanen Bier. Auch wenn es keine schriftlichen Überlieferungen darüber gibt, so fand man in alten germanischen Gräbern schon Krüge für den Biergenuss. Dieses haben sie, wie schon die Sumerer, aus Teigfladen eingelegt in Wasser hergestellt. Neben der Herstellung von Bier kannten sich die Germanen auch bestens mit der Herstellung von Met, dem Produkt aus vergorenem Honig, aus. Allerdings konnten sie ihre Braukünste schon bald ausbauen: sie stellten fest, dass man zur Bierherstellung gar kein Brot brauchte, sondern, dass man auch die Getreidekörner keimen und trocknen lassen konnte. Dies wurde über den Feuerplätzen getan. Das fertige Bier vergrub man dann anschließend in der Erde, um es kühl zu halten. Auch entdeckten die Germanen, dass es nützlich war, das noch nicht fertige Biergemisch vor der Fertigstellung zu erhitzen. Dies wurde dann entweder direkt über der Flamme getan oder man warf heiße Steine in die Würze.

Altes Griechenland

Im alten Griechenland besaß das Bier nochmal einen ganz anderen Stellenwert. Hier wurde es, anders als bei den Sumerern und den Germanen, nicht hoch angepriesen und als wertvolles Getränk angesehen. Bier galt im alten Griechenland als ein Getränk der armen Leute, auch wenn der griechische Arzt Hippokrates es als Heilmittel angesehen hat. Er beschrieb das Bier in seinen Schriften als das Mittel bei Fieber oder Schlaflosigkeit. Zwar wurde Bier dadurch als Heilmittel beliebt, änderte aber nichts an seinem Ruf als Getränk.

Die Römer

Ähnlich sah es bei den alten Römern aus. Diese tranken fast ausschließlich Wein und sahen Bier als Getränk der Barbaren an. Dies wird wohl auch so sein, da sie das Bier durch die Germanen kennenlernten, von welchen sie sowieso nicht viel hielten. Damit hatte auch das Bier nichts Vornehmes.  Julius Cäsar aber sah Bier als ein nahrhaftes Getränk an und stattete damit auch seine Truppen in ihren Märschen aus. Die römische Besatzung Britanniens besaß dabei Einflüsse, welche sich auch nach dem Untergang des römischen Reiches etablierten. Neben den römischen Straßen, welche in England angelegt wurden, entstanden an den Straßenrändern Tavernen, die Bier verkauften. Schließlich prägten die Römer besonders ihre nordischen Besatzungsgebiete und hinterließen ihre Spuren auch am deutschen Bier, denn das Wort Bier stammt vom lateinischen Worte bibere (trinken).

Die Menschen in der Antike mussten mit der noch „frischen“ Erfindung des Bieres erst einmal warm werden. Doch im Laufe der Zeit lernten sie es kennen und lieben.