Die Revolution des Bieres

Bier entwickelte sich mit dem Fortschritt der Menschen. Man war stets bemüht seine Rezeptur zu verfeinern und den Biergenuss zu optimieren.

Bier in der Industrialisierung

Mit der beginnenden Industriealisierung Mitte des 18. Jahrhunderts revolutionierte sich das Bier. Sie erleichterte die Durchführung vieler Arbeiten und auch vor dem Bierbrauen machte die Industrialisierung nicht halt. Bier entwickelte sich zu einem industriell gefertigten Massenprodukt, welches überall und zu jeder Zeit erhältlich war. Die Entwicklung von Brauereien, die Entstehung von Kälteerzeugungsanlagen sowie Abfall- und Verpackungsanlagen sind geprägt durch die Industrialisierung.

Industrielle Revolution im Brauwesen

Früher dauerte die Brausaison von Oktober bis März, da das Bierbrauen abhängig von den Außentemperaturen war. Erst im Zuge der Industrialisierung und der Erfindung von Kühlkompressoren mit Ammoniak als Kältemittel wurde das Brauen von Bier ganzjährig möglich. Durch die Einführung der Heißluft-Darre konnte 1807 erstmals die Malzfärbung gesteuert und helle Biere gebraut werden. Zuvor wurden Malze über dem offenen Feuer getrocknet, was zur Folge hatte, dass die Temperatur kaum zu steuern war und die Malze sehr dunkel waren.

Durch die Dampfmaschine entstanden viele Brauereien mit industriellen Charakter, die sich stolz „Dampfbierbrauereien“ nannten. Der Aufbau des Schienennetzes revelutionierte den Transport und bot die Möglichkeit das Bier auch in weiter entfernte Orte auszuliefern. 1835 fuhr als erstes eine Dampfmaschine als Lokomotive auf der neuen Eisenbahnlinie von Nürnberg nach Fürth. Das erste Frachtgut auf deutschen Schienen war Bier. Mit der Entwicklung von Elektromotoren begann die Automatisierung des Bierbrauens, denn diese ermöglichten den Einsatz von Kühlmaschinen bei der Produktion und Lagerung und die Entwicklung von Abfüllanlagen. So wurde es plötzlich möglich, hohe Produktionszahlen in relativ kurzer Zeit zu erreichen und das mit einem minimalen Aufwand an Arbeitskraft – Das moderne Brauwesen war geboren.

Neuentdeckung der Hefe

Zur Zeit der Industrialisierung kristallisierte sich die wichtige Rolle von Hefe im Brauprozess heraus. Christian Hansen gelang es, eine einzige Hefezelle zu isolieren und diese zu vermehren. Damit war die Hefereinzucht entdeckt. Die Möglichkeit einzelne Hefezellen zu isolieren ermöglichte es eine reine Gärung und somit ein geschmacklich einwandfreies Bier mit gleichbleibender Qualität zu erzeugen.

Entwicklung bis heute

Der Technische Wandel zeigt sich auch bei den Gefäßen. Während Holzfässer durch Metallfässer ersetzt wurden, hat sich heutzutage ein Fass aus Edelstahl durchgesetzt. Der Krug wurde zur Flasche und aus Holz- und Metallbierkästen wurden zu Kunststoffkästen. Auch die Gefäße für den Brauvorgang haben sich seit der Industrialisierung stark verändert. So ist heute statt Kupfer Edelstahl im Einsatz, da sich dieses besser reinigen lässt.

Das Bier entwickelte sich und mit ihm auch sein Geschmack. Es bekam einen gewissen Standard und gutes Bier gehört nun nicht mehr dem Zufall an.