10 Biermythen: Wie viel Wahrheit steckt wirklich dahinter?

Wer kennt es nicht: Man ist auf einer Party und hat das ein oder andere Bier getrunken und möchte dann umschwenken auf Wein. Doch ist das so eine gute Idee? Wir klären die zehn größten Biermythen auf und prüfen sie auf ihren Wahrheitsgehalt.

„Bier ist eine Kalorienbombe“

Vergleicht man andere Getränke wie Apfelsaft oder Milch wird deutlich, dass Bier mit 76 Kilokalorien pro 200 ml weniger Kalorien hat als Milch (136 kcal) oder Apfelsaft (96 kcal). Rotwein hat fast doppelt so viele Kalorien wie Bier. Somit ist dieser Mythos falsch und führt uns direkt zu dem nächsten

„Bier erzeugt einen Bierbauch“

Basierend auf den vorigen Erkenntnissen stimmt auch dieser Mythos nicht, wie auch zahlreiche Studien belegen. Bei einer Londoner Studie haben Wissenschaftler die Daten von Frauen und Männer verglichen und anhand des Body-Maß-Index (BMI), des Taille/Hüft-Verhältnis und den Konsum von Bier festgestellt, dass es keinen Zusammenhang gibt. Der Biergenuss hat also nichts mit der Körperform zu tun.

„Bier sollte eiskalt serviert werden“

Den besten Biergenuss hat man wenn das Bier zwischen vier und fünf Grad hat. Doch wieso gibt es diesen Irrglauben? Eiskaltes Bier betäubt den Gaumen und dämpft somit den Geschmack des Bieres. Das hat zur Folge, dass man mehr trinkt, weil das Bier wie Wasser schmeckt. Wenn man Bier genießen will, dann sind gefrostet Gläser und Bier aus dem Tiefkühler nicht die beste Idee.

„Warmes Bier hilft bei Erkältung“

Grundsätzlich wirken die ätherischen Öle und Bitterstoffe im Bier antibakteriell. Das es aufgewärmt wurde, verstärkt diese Wirkung ebenfalls. Jedoch sollte man bedenken, dass Bier bei Fieber nicht gut für den Körper ist und man davon lieber die Finger lassen sollte, denn der Alkohol schwächt das Immunsystem. Vielleicht dann doch besser einen Kräutertee!

„Bier macht schöne Haut und Haare“

Nicht so ganz: Bier enthält zwar Vitamine B2 und Pantothensäure, die grundsätzlich Haut, Haare und Nägel pflegen, allerdings sind diese in so geringen Dosen vorhanden, dass es keinerlei Auswirkungen hat. Im Vergleich dazu erzielt man mit Vollkornprodukten bessere Ergebnisse.

 „Bier auf Wein, das lass sein“

Dieser Mythos ist wissenschaftlich nicht belegt. Dieser Ausdruck stammt aus dem Mittelalter als Bier das Getränk für das allgemeine Volk war, wohingegen Wein den Reichen und Wohlhabenden vorbehalten war. Wer also zuerst Bier trinkt und dann Wein hat einen sozialen Aufstieg, umgekehrt ist es allerdings ein gesellschaftlicher Abstieg. Also wer Lust hat nach einem schweren Rotwein ein leckeres Bier zu trinken … wohl an!

„Im alkoholfreien Bier ist kein Alkohol“

Diese Aussage ist falsch. Obwohl ein Bier als alkoholfrei deklariert ist, kann es dennoch Alkohol enthalten. In Deutschland gilt ein Bier mit 0,5 Volumenprozenten oder weniger als alkoholfrei. Im Vergleich zu anderen Ländern sind die Grenzen für den Alkoholgehalt in alkoholfreiem Bier enger. In Großbritannien darf Bier nur als alkoholfrei gelten wenn es weniger als 0,05 Prozent Alkohol enthält.

„Dunkle Biere schmecken alle gleich“

Nein, nicht alle dunklen Biere schmecken gleich, denn die Farbe des Bieres sagt nur etwas darüber aus, wie viel Darrmalz oder gerösteter Malz verwendet wurde. Weitere Faktoren wie die Bitterheit, Süße oder Alkoholgehalt spielen ebenfalls mit in den Geschmack hinein.

„Altern macht Bier besser“

Grundsätzlich wird richtig gebrautes Bier perfekt zum Verzehr abgefüllt, doch viele Menschen lagern ihr Bier für mehrere Jahre im Keller, damit es mit den Jahren reift. Das Bier verändert zwar seinen Geschmack im Laufe der Zeit, muss dadurch aber nicht zwangsläufig besser werden.

„Dosenbier und Flaschenbier haben den gleichen Geschmack“

Auch dieses ist ein Irrglaube, denn das Bier schmeckt aus beiden Gefäßen unterschiedlich. Der Grund für den unterschiedlichen Geschmack ist, dass das Dosenbier vor dem Abfüllen erhitzt wird, um somit mögliche Bakterien zu entfernen. Bei diesem Vorgang gehen allerdings Geschmacksstoffe verloren.

Wir haben festverankerte Biermythen aufgeklärt. Der lang geglaubte Mythos, dass man kein Bier auf Wein trinken soll, wurde somit entlarvt. Wenn man sein Bier genießen möchte, sollte man dieses nicht in dem Tiefkühler lagern, denn das verfälscht den Geschmack. Ihr habt euch schon immer gefragt, warum euer Bier anders schmeckt wenn ihr es aus einer Dose trinkt? Dann habt ihr jetzt hier die Antwort auf diese Frage. Ebenfalls stimmt es nicht, dass Bier eine Kalorienbombe ist oder einen Bierbauch macht, denn Bier hat weniger Kalorien als Milch oder Apfelsaft. Somit könnt ihr euer Bier weiterhin genießen ohne die Sorge zu haben, dass die Kalorien auf den Hüften landen. Prost!

Die Revolution des Bieres

Bier entwickelte sich mit dem Fortschritt der Menschen. Man war unentwegt bemüht seine Rezeptur zu verfeinern und den Biergenuss zu optimieren.

Die Industrialisierung und das Bier

Entwicklung Dampfmaschine

Besonders in der Zeit des 19. Jahrhunderts revolutionierte sich das Bier. Sogenannte Dampfbierbrauereien entstanden im Zuge des Durchbruches der Dampfmaschine im 18. Jahrhundert. Davor wurde das Malz stets über offenem Feuer getrocknet, dadurch war die Temperatur kaum zu kontrollieren, was zur Folge hatte, dass ausschließlich dunkles Malz produziert werden konnte. Mit der Einführung der Heißluft-Darre im Jahr 1807 und einer neu entwickelten Mälztechnik, gelang es die Malzfärbung zu steuern. Dadurch konnte man jetzt auch helleres Bier brauen. Ein weiterer Durchbruch war die Erfindung der Kältemaschine etwa 70 Jahre später. Damit war es nun auch möglich, den Brauprozess unabhängig von den Außentemperaturen durchzuführen und Bier länger zu lagern. Von nun an gab es keine Brausaisonen mehr, jedes Bier konnte ganzjährig hergestellt werden.

Neuentdeckung der Hefe

In der Zeit der Industrialisierung kristallisierte sich auch die wichtige Rolle von Hefe im Brauprozess heraus. Christian Hansen gelang es schließlich, eine einzige Hefezelle zu isolieren und diese zu vermehren. Damit war die Hefereinzucht entdeckt. Diese ermöglichte eine konstant gleichbleibende Qualität des Bieres.

Entwicklung bis heute

Der technische Fortschritt zeigt sich auch in der Entwicklung der Fässer und Gefäße im Brauprozess. So benutzt man statt Holz nun immer mehr Metallfässer zur Lagerung und Abfüllung. Im Laufe der Zeit hat sich ein zylindrischer Behälter, auch Keg genannt, durchgesetzt. Dieses System baut auf zylindrischen Fässern aus Edelstahl auf, für die man automatischen Reinigungs- und Abfüllanlagen entwickelte. Die Kruke (Krug) wird zur Flasche. Der Bierkasten aus Holz oder Metall zum Kunststoffkasten. Auch die Gefäße wachsen seit der Industrialisierung stetig. Aus diesem Grund ist statt Kupfer heute Edelstahl im Einsatz, da sich dieses besser reinigen lässt.

Das Bier entwickelte sich und mit ihm auch sein Geschmack. Es bekam einen gewissen Standard und gutes Bier gehörte nun nicht mehr dem Zufall an.

Vom Brot zum Bier

Dass Bier schon seit Jahrhunderten ein fester Bestandteil unserer Gesellschaft ist, weiß so gut wie jeder. Aber wie kam es eigentlich zu der „Erfindung“ Bier?

Bier ist eines der ältesten alkoholischen Getränke und wird in der Geschichte der Menschheit schon seit Jahrtausenden konsumiert. Man kann noch immer nicht sagen, wann und wie genau das erste Bier überhaupt erfunden wurde, doch nun wurde die bisher älteste Brauerei der Welt in Israel entdeckt.

Die älteste Brauerei der Welt

In der Höhle von Rakefet südlich von Haifa, sind Hinweise auf eine rund 13.000 Jahre alte Produktionsstätte für Alkohol gefunden worden. Man geht davon aus, dass die Natufier dort ein Bier-ähnliches Getränk produziert haben. Dieses soll gegoren gewesen sein, jedoch einen deutlich geringeren Alkoholgehalt gehabt haben, als das heutige Bier. Die Konsistenz dieses Getränkes erinnert an einen dünnen Haferbrei.

Auf dem Göbekli Tepe, einem Hügel im Südosten der Türkei wurden bei Ausgrabungen große Steingefäße gefunden. Die für ein Fassungsvermögen von 160 Litern ausgelegten Gefäße enthielten Ablagerungen von Oxalag, umgangssprachlich auch Bierstein genannt, was auf einen Fermentierungsprozess hindeutet. Das abgeerntete Getreide wurde somit nicht nur als Nahrung, sondern auch zum Bierbrauen genutzt.

Bier bei den Sumerern

Die Sumerer, die das Gebiet im südlichen Teil Mesopotamiens, des heutigen Iraks, besiedelten, waren vermutlich die ersten Menschen die schriftliche Aufzeichnungen über das Bierbrauen hinterließen. Man geht davon aus, dass die Entdeckung des Gärungsprozesses eher zufällig war. Vielleicht hatte man Brot für einen alten oder kranken Menschen in Wasser eingeweicht, um es leichter kaubar zu machen. Anschließend hat es jemand vergessen, danach noch getrunken und die veränderte Wirkung bemerkt.

Die Braumeister der Sumerer haben ihre Bierrezepte in Keilschrift in Ton oder Stein gemeißelt. Aus diesen Informationen entnehmen wir heute das Wissen über die Epoche und die Tatsache, dass es auch zur Zeit der Sumerer Bier gab. Wir wissen ebenfalls, dass es 10 bis 12 verschieden Biersorten zu dieser Zeit gab und große Mengen Bier hergestellt wurden, die nicht nur den Königen und Göttern zugeschrieben wurden.

Damals „braute“ man das Ur-Bier, indem man Teigfladen aus Gerste oder Weizen in Wasser einweichte. Damit wurde der Gärprozess eingeleitet und ein paar Tage später hatte man eine Art trüben Brei. Auch war das Bier damals lange nicht so haltbar, wie man es heute kennt.

Die  Sumerer benutzten für die Bierherstellung verschiedene Getreidesorten. Zum einen Emmer, welches eine Dinkelsorte ist und besonders von Frauen getrunken wurde. Oft wurden Honig und Gewürze hinzugemischt. Das herbere Gerstengetreide konsumierten vor allem die Männer.

Auch zu der Zeit der Sumerer erhielt das Bier schon einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert. Es war eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel. Sie verbanden damit auch eine Gottheit und es entwickelten sich viele Mythen rund um das Bier und seine Herstellung.

Das Bier hat also schon eine lange Vergangenheit. Und doch genoss man es schon zu der Zeit seiner Erfindung nicht weniger als man es heute tut.