Als Biermischgetränk bezeichnet man ein Getränk, welches mindestens zur Hälfte aus Bier besteht und in verschiedenen Mischverhältnissen aus Limonade, Saft oder anderen Getränken. 

Biermischgetränke wie Radler oder Diesel kennt jeder. Aber was ist in einem Alt-Schuss oder Black Velvet oder Potsdamer? All das erklären wir euch kurz und knackig in diesem Post!

Alster, Alsterwasser

In Norddeutschland wird hierzu meist Bier mit klarer Zitronenlimonade gemischt. Jedoch versteht man in anderen Gebieten (u.a. im Ruhrgebiet) unter Alsterwasser eine Mischung aus Pils mit Orangenlimonade.

Alt-Schuss

besteht aus Altbier und einem Schuss Malzbier. In einigen Regionen bezeichnet man damit auch eine Mischung aus Altbier und Hefeweizen.

Bismarck, Black Velvet

besteht zu gleichen Teilen aus dunklem Bier (z. B. Guinness) und Sekt. Es wird in einem großen Glas gemischt, da die Mischung aufgrund des Sektes sehr viel Schaum entwickelt.

Diesel

ist eine Mischung aus Bier und Cola. Das Diesel ist auch unter den Namen Colabier, Moorwasser oder Krefelder, Colaweizen (in Niederbayern), Dreckiges Bier, Gespritztes, Drecksack oder Schussbier genannt. Der Cola-Anteil schwankt regional und reicht von einem relativ kleinen Anteil Cola bis zu einer Mischung 50/50.

Potsdamer

besteht je zur Hälfte aus roter Fassbrause und Bier, meist Pilsener. 

Lifehacks beziehungsweise Tipps, die das Leben einfacher machen, sind in aller Munde und überall verbreitet. Was allerdings weniger bekannt ist, ist das Bier als Alltagsheld. Hier stellen wir euch deshalb einige Tricks vor, wie ihr Bier als Haushaltsmittel verwenden könnt und erweitern euer Bierwissen.

Bier als Putzhilfe

Wer seinen eigenen Haushalt hat, möchte auch, dass seine Möbel schön bleiben. Bier eignet sich gut für die Entfernung von lästigen Fettflecken auf Holz- beziehungsweise Eichenmöbeln. Die Möbel mit warmen Bier einzureiben, entfernt Flecken, gibt Glanz und frischt die Farbe des Materials auf. Auch Goldschmuck, Metall, Silber und Kupfer könnt ihr mit Bier wieder neuen Glanz verleihen.
Am besten probiert ihr die Methode aber vorher auf einer unauffälligen Stelle aus und testet, wie euer Material auf das Bier reagiert.

Bier als Marinade

Auch beim nächsten Grillabend kommt das Bier zum Einsatz – und zwar nicht nur im Glas. Mit Bier können herausragende (Steak-) Marinaden hergestellt werden. Das Bier führt durch die darin enthaltenen Enzyme dazu, dass die Fasern im Fleisch zarter und geschmackvoller werden und es reduziert außerdem die krebserregenden Stoffe, die beim Grillen entstehen. Dafür gebt ihr das Steak einfach in einen verschließbaren Plastikbeutel und bedeckt es mit Bier. Das Fleisch wird dann bis zwei Stunden vor dem Grillen oder Braten mariniert.

Bier als Haarpflege

Mädels (und Jungs) aufgepasst! Bier könnt ihr super für die Haarpflege benutzen. Eure eigene Haarspülung aus Bier sorgt für Volumen und Glanz. Hierzu wird Bier mit Wasser im Verhältnis 1:1 verdünnt und nach dem Shampoonieren auf die Haare gegeben. Nach 30 Minuten wird es ausgespült. Et voilà!
Neben der Haarspülung eignet sich Bier auch als Haarfestiger. Dafür füllt ihr Bier in eine Sprühflasche und sprüht es dann auf das Haar. Fertig ist das selbstgemachte Haarspray. Wenn die Haare und das Bier getrocknet sind, vergeht auch der Biergeruch.

Bier als Schädlingsbekämpfer

Schnecken oder Käfer möchte wohl niemand gerne zu Hause oder im Übermaß im Garten haben. Bier kann helfen, diese zu bekämpfen. Einfach einen Becher mit Bier und Zucker gemischt aufstellen und er fungiert als Bierfalle, welche die Tiere anzieht. Auch Fruchtfliegen können mit einem im Deckel gelöcherten Schraubglas oder ähnlichem mit Bier gelockt werden. Dort können sie eindringen, jedoch nicht wieder entweichen.
Und das alles ohne jegliche Chemikalien und ganz natürlich!

Bier als Düngemittel

Bier enthält einige wertvolle Nährstoffe für Pflanzen: Mineralien, Spurenelemente wie Eisen, Zink und Kupfer sowie Sauerstoff durch die Kohlensäure. Somit kann ein Gemisch aus Bier und Wasser genutzt werden, um den Pflanzen etwas Gutes zu tun.

Bier als „Physiotherapeut“

Probiert doch mal aus, bei der nächsten Massage mit Bier zu arbeiten. Verspannten Muskeln, schmerzenden Füßen oder Rückenschmerzen wirkt Bier wunderbar entgegen. Diesmal fungiert das Bier beziehungsweise sein Behältnis als Haushaltstool: Um die Fußschmerzen zu bekämpfen, schnappt ihr euch eine Bierdose, legt sie unter eure Fußunterseiten und rollt eure Füße darüber. Rückenschmerzen könnt ihr mindern, indem ihr euch an eine Wand lehnt und eine Dose zwischen eurem Rücken und der Wand platziert, bevor ihr euch dann leicht hoch und runter bewegt.
Und da Körper, Geist und Seele zusammenhängen: Wenn ihr das Bier anschließend trinkt, tut ihr auch eurem Gemüt etwas Gutes!

Ihr habt noch mehr Geheimtipps? Dann schickt uns diese doch gerne an prost@hopfenseidank.de und wir teilen sie mit all den Bierbegeisterten unter uns. Bis dahin gehen wir jetzt mit Biermaske unseren Garten pflegen.😊

Das eigene Bier direkt von zu Hause – klingt verlockend. Wir zeigen euch, wie ihr bei der nächsten gemütlichen Runde mit dem eigenen Feierabendbier angeben und eure Bier-Buddys begeistern könnt.

Es empfiehlt sich, ein extra Starter-Kit zum selber Brauen zu besorgen. Jedoch gibt es auch die Möglichkeit ­­– quasi für die ersten Testversuche – ohne ein solches Set das eigene Bier herzustellen. Wenn ihr nicht direkt viele Anschaffungen tätigen, aber euch trotzdem als Hobbybrauer*in versuchen wollt, dann braucht ihr dafür:

Malz und Hopfen
Bierspindel, mit welcher man die Stammwürze des Bieres misst
Bierhefe
Jod
2 große Eimer
Kochthermometer
ein altes Betttuch
20 Liter Einmach- oder Glühweintopf
40 Bierflaschen (0,5 L Fassungsvermögen) mit Bügelverschluss

Das Rezept ist für 20 Liter Bier ausgelegt.

Zunächst benötigt ihr 4kg geschrotetes Malz. Das Getreide wird grob gehackt. Es ist wichtig, dass ihr es nicht mahlt, sondern nur zerkleinert.

So bekommt das Bier die Schaumkrone

Der nächste Schritt ist das Einmaischen. Dies bedeutet, dass die 20 Liter Wasser und Malz gemischt werden. Ihr bringt das Wasser auf eine Temperatur von 63° Celsius und fügt nach und nach das Malz hinzu. Umrühren nicht vergessen!

Im Malz ist Stärke enthalten, welche sich beim Maischen in Zucker umwandelt. Außerdem bilden sich Eiweißketten. Es ist wichtig, dass ihr die Temperatur auf 63° haltet. Denn ein echtes Bier schmeckt nur mit Schaumkrone, oder? Für diese ist die richtige Temperatur essenziell.

Jetzt könnt ihr kreativ werden: Ein helleres Malz und längere Maltoserast ergibt ein herberes und stärkeres Bier. Wenn die Maltoserast kürzer ist, bekommt ihr ein süßeres Bier. Ihr beeinflusst das Ganze, indem ihr das Gemisch nach 15 Minuten nochmal weiter aufheizt (auf 71°C) und weiter rührt. Dann könnt ihr eben je nach Dauer und Farbe entscheiden, welches Bier ihr haben wollt.

Achtet darauf, dass das Gemisch nicht anbrennt, sondern immer noch umrührbar ist. Also rühren, rühren, rühren!

Um zu überprüfen, ob noch Stärke in der Mischung ist, könnt ihr den Jodtest machen – Ihr mischt dafür ein bisschen von der Mischung mit ein paar Tropfen Jod auf einem kleinen Teller.
Jetzt geht’s wieder um Farben: wenn die Probe blau/rötlich ist, heißt es, dass der Vorgang noch nicht fertig ist und die Maltoserast noch etwas Zeit braucht.
Wenn die Probe braun/gelb ist, könnt ihr weitermachen!

Ihr seid hoffentlich noch nicht müde ­­­- denn nachdem ihr jetzt die Mischung auf 77°C (auf keinen Fall heißer!) aufheizt, rührt ihr weiter. Das nennt sich Endverzuckerung.

Läutern, überschwänzen und rühren

Weiter geht es mit dem Läutern. Dies bedeutet, dass man die Maische (flüssig) von dem Malz trennt, das ausgekocht wurde. Hier kommt das Betttuch zum Einsatz. Ihr gießt die Mischung über dieses in den Einmachtopf. So wird das Feste vom Flüssigen getrennt. Et voilà: eure sogenannte Würze ist fertig.
Was passiert beim Würzekochen?

Nun folgt das so genannte „Überschwänzen“. Ihr schüttet das maximal 77°C heiße Wasser über den Treber und wascht ihn somit nochmal aus. Was der Treber ist, erklären wir euch hier.

Im nächsten Schritt braucht ihr eure Bierspindel und messt damit die Stammwürze. Dabei erfahrt ihr, wie viel Zucker in einem Kilo Flüssigkeit sind. Oder anders gesagt: ihr ermittelt den Anteil des Malzes (gelöste unvergorene Würze).
Achtet auf den Wert: ein zu hoher Wert bedeutet, dass ihr die Extraktstoffe nochmal mit heißem Wasser auswaschen müsst.
Wenn der Wert zu niedrig ist, lasst ihr beim Würze kochen (der nächste Schritt) mehr Wasser verdampfen.

Ihr kocht also als nächstes die Würze. Das dauert rund 60 Minuten.
Hier bekommt das Bier seine gelbe Farbe: der Hopfen wird hinzugefügt, eine halbe Stunde bevor das Kochen vollendet ist. Ihr benötigt 29,86 Gramm Hopfen für 20 Liter Bier.

Auch der Hopfen lässt euch wieder Entscheidungsfreiheit: es gibt herbe und bittere, aber auch Hopfen, die das Bier süffig schmecken lassen. Auch wie lange ihr den Hopfen mitkocht, beeinflusst den Geschmack: eine kurze Kochzeit konserviert das Hopfenaroma, eine lange Kochzeit sorgt für mehr Gerb-und Bitterstoffe.

Im nächsten Schritt geht’s ans Spindeln. Von dem Sud nehmt ihr ein bisschen ab und kühlt ihn auf 20°C runter. Ihr greift wieder zu eurer Spindel, um den Stammwürzegehalt zu ermitteln. Ein zu hoher Wert heißt für euch, dass ihr noch Eiswürfel hinzufügt, bevor die Hefe dazu kommt.
Ganz wichtig ist, dass die Spindel steril ist. Ihr könnt sie abkochen oder in Alkohol lagern.

Jetzt kühlt ihr den Sud ab, indem ihr ihn in die Badewanne stellt und diese mit kaltem Wasser befüllt. Die Temperatur muss mit der Hefetemperatur übereinstimmen, damit ihr die Hefe hinzufügen könnt. Die liegt zwischen 9 und 15°C. Wie ihr mit Eiswürfeln die Temperatur regelt und die Stammwürze senkt, haben wir ja im letzten Schritt erklärt. Es würde sich um 4 Liter Eis handeln.

Ihr könnt zwischen 40g Trockenhefe oder 0,5-1 Liter Flüssighefe entscheiden. Nachdem ihr diese dem Sud beigefügt hab, heißt es wieder: rühren, rühren, rühren!
Und wie ihr es schon von Omas Hefeteig kennt: Hefe muss abgedeckt werden, um zu arbeiten. Also den Sud abgedeckt ruhen lassen.

Nur noch in Flaschen füllen…

Nun braucht ihr Geduld. Bis zu 3 Wochen kann der Gärungsprozess dauern. Ihr lasst das Bier (bei 9-15°C) gären, bis die Würze bei 4% liegt (hierfür wieder die Spindel benutzen).

Dann füllt ihr das Bier in leere Flaschen ab, wo es nachgären kann. Hier zahlt sich Geduld wirklich aus: wenn ihr zu kurz wartet und das Bier schon abfüllt, können die Flaschen platzen.

Das Ende naht und der Gaumen kribbelt schon: Nach der Nachgärung füllt ihr euer Bier in gereinigte und sterilisierte Bierflaschen. Diese 2 Wochen stehen lassen und immer mal das Kohlendioxid rauslassen, indem ihr die Flaschen mal kurz öffnet. Ihr solltet darauf achten, die Flaschen nie komplett zu füllen, damit sie nicht platzen. Die Flaschen nochmal eine Woche im Kühlschrank lagern…

…und dann folgt auch schon der schönste Schritt: das Anstoßen und Trinken eures selbstgemachten Biers in einer geselligen Runde. Prost!

Diese Biersorte überrascht wie keine andere, vor allem mit einer Vielzahl an Untersorten. Im Herkunftsland Großbritannien, dem zweitgrößten Bierproduzenten Europas (nach Deutschland), wurde bis ins 18. Jahrhundert noch zwischen „beer“ und „ale“ differenziert, sodass es zwei verschiedene Brauereiberufe gab. Vor dem 15. Jahrhundert bezeichnete der Begriff ausschließlich ungehopfte Biere. Später benutzten dann auch Ale-Brauer Hopfen.

Während der Kolonialzeit verbreitete sich diese Braukunst über die englischen Grenzen hinaus und etablierte sich in Australien und Amerika, die mittlerweile ganz eigene Traditionen in der Herstellung entwickelt haben. Im Unterschied zum Lagerbier wird bei dieser Biersorte mit der obergärigen Hefe bei Temperaturen zwischen 15 und 25 Grad vergoren. Beim Lagerbier geschieht dies bei deutlich geringeren Temperaturen.

In den USA wird Ale heute oftmals als Oberbegriff für alle obergärig gebrauten Biere verwendet. In den Ländern, die von der untergärigen Brauweise begeistert sind, ist das englische Bier eher weniger populär. Dazu zählt zum Beispiel auch Deutschland. Die beiden bekanntesten Untersorten sind das „Pale Ale“ und das „India Pale Ale“ (kurz: IPA). Dies sind Sorten, die besondere Beliebtheit in der Craft Bier Szene genießen.

Bei dieser Geschichte wundert es also wenig, dass von einer hellgelben bis dunkelbraunen Färbung und einer leichten Hopfenbittere bis hin zum stark gehopften Bier alles dabei ist. Eine Gemeinsamkeit haben sie jedoch alle: Durch die obergärige Brauweise und den Gebrauch von Hopfen entstehen zahlreiche Fruchtaromen.

Ale

Zu weiteren Untersorten dieser Kategorie gehören unter anderem:

  • Gueuze
  • Berliner Weiße
  • Oud Bruin
  • Lambic
  • Saison
  • etc.

Nichts zu tun mit der Biersorte hat allerdings das beliebte Softgetränk Ginger Ale. Das antialkoholische Getränk könnte leicht mit dem Bier in Verbindung gebracht werden, bekam seinen Namen allerdings durch die Pflanze Ingwer, durch die es hergestellt wird.

Schwarzbier

Aufgrund von speziellen, sehr dunklen Malzen erhält das Schwarzbier seine charakteristische dunkle, fast schwarze Färbung, die ihm auch seinen Namen gibt. Anders, als es vielleicht vom Äußeren den Anschein macht, ist diese Biersorte nicht etwa ein Starkbier mit erhöhtem Alkoholgehalt.

Es ist ein stark malzbetontes Vollbier, was sich durch einen vollmundigen Geschmack mit leichten Kaffee- und Schokoladennoten auszeichnet. Der Hopfen spielt hier lediglich eine untergeordnete Rolle, da er lediglich dazu dient der Süße des Malzes entgegenzuwirken. Die Geschichte des Schwarzbieres reicht bis ins 14. Jahrhundert zurück, wo er 1309 das erste Mal urkundlich festgehalten wurde. So scheint die Braunschweiger Mumme zur Zeit des Mittelalters äußerst beliebt gewesen zu sein. Im Laufe der Jahre ereilte das Schwarzbier jedoch dasselbe Schicksal wie vielen anderen dunklen Bierstilen. Durch die immer beliebter werdenden Lager- und Weizenbiere nahm die Popularität des Schwarzbiers stetig ab. Einen erneuten Aufschwung schaffte es jedoch nach der Wiedervereinigung durch die Köstritzer-Brauerei, die heute wohl größte Schwarzbierbrauerei. Besonders in den neuen Bundesländern, als lokale Spezialität, findet das Schwarzbier wieder viele Abnehmer. Bundesländer wie Sachsen, Thüringen oder Mecklenburg-Vorpommern sind heute Heimat der Schwarzbier Braukultur.

Zu den bekanntesten Marken und Herstellern gehören:

  • Köstritzer
  • Störtebeker
  • Neuzeller
  • Krusovice
  • Zwiefalter

Als untergäriges Bier ist das Schwarzbier eng verwandt mit anderen Biersorten wie dem Pils, dem Märzen und dem Lager- und Exportbier.

Weizen

Das Weizenbier, in Bayern Weißbier genannt, ist ein mit obergärigem Hefen gebrautes Bier, welches nach der Brauung direkt in Flaschen abgefüllt wird und darin reift. Um als Weizen zu gelten müssen zwei Kriterien erfüllt sein: Zum Ersten muss es immer obergärig sein und zum Zweiten muss der Weizenmalzanteil immer mindestens 50% des Gesamtmalzanteils ausmachen. Bei diesem Bier unterscheidet man zwischen zwei Varianten: Dem naturtrüben Hefeweizen und dem klaren Kristallweizen. Optisch zeichnet sich das Weizenbier, je nach Variante, sowohl durch eine lichtgelbe, als auch dunkelbraune Färbung aus. Das vollmundige Aroma wird begleitet von dezenten Fruchtnoten. Besonders erfrischend wird es durch den höheren Kohlensäuregehalt, der für einen spritzigen Geschmack sorgt.

Seine Hochburg liegt in Bayern, jedoch verbreitete es sich rasant in ganz Deutschland. Dies änderte sich schlagartig als das bayerische Herrscherhaus 1567 das Brauen dieses Bieres verbot, um den kostbaren Weizen für die Herstellung von Brot einzusparen.

Ein weiterer Grund für das Verbot war auch das Reinheitsgebot, das ausschließlich Gerste zum Brauen von Bier vorsah. Lediglich dem niederbayerischen Geschlecht der Degenberger war die Verwendung von Weizen in ihrer Brauerei in Schwarzach weiterhin gestattet. Diese bekamen dieses Recht bereits 1529 von Wilhelm IV., dem Begründer des Reinheitsgebots, verliehen. Als der letzte männliche Nachkomme der Familie verstarb, ging sein gesamter Besitz im Jahre 1602 an das bayerische Herrscherhaus zurück. Somit auch das alleinige Recht Bier zu brauen.

Die Wiederkehr des Weizen

1605 gründete Herzog Maximilian I. dann das Weisse-Bräuhaus in München. Hierfür holte er sich die ehemaligen Fachleute der Degenbergers ins Haus, betrieb die Brauerei und war damit der Einzige in ganz Bayern. Von da an war das Weizenbier etwa 200 Jahre lang die beliebteste und meistgetrunkene Biersorte Bayerns.

Der Abschwung

Zum Ende des 18. Jahrhunderts trat das Weizenbier in Konkurrenz mit dem immer beliebter werdenden braunen Bier. Das Geschäft des Herzogs war plötzlich nicht mehr lukrativ, sodass er das Weizenbiermonopol aufhob und jeder das Recht Bier zu brauen zurückerlangte. Im 19. Jahrhundert eroberte dann das Pils, welches auch unter bayerischer Beteiligung entstanden ist, den Platz als beliebtestes Bier Bayerns.

Das Pils – eine untergärige Biersorte, die wohl jedem – gerade jedem Deutschen – ein Begriff ist. Ob Biertrinker oder nicht, jeder kennt das hellgelbe bis goldfarbene Getränk. Ursprünglich kommt es aus Pilsen, einer Stadt im Westen der Tschechischen Republik. Dort wurde es 1842 durch Josef Groll, den damaligen Brauer der bekannten Pilsner Urquell Brauerei, zum ersten Mal ausgeschenkt. Brauerei, Wasser, Rezeptur, Geschmack – alles, was das Pils ausmacht, ist seitdem unverändert geblieben. Erste Aufmerksamkeit erregte das Bier in Preußen, verbreitete sich dann in Süddeutschland und ist heute das meistgetrunkene Bier der ganzen Bundesrepublik. Es macht momentan mehr als 50% des Gesamtaustoßes aller Biersorten aus und jeder zweite deutsche Mann trinkt im Schnitt mindestens einmal die Woche ein Pils. Geschmacklich weist es eine herbe Note und deutliche Bittere auf, da es ein hopfenbetontes Bier ist, welches kaum einen Malzanteil enthält. Es lässt sich als Vollbier klassifizieren.

Pils

Oben im Bild ist die ideale Schaumkrone eines frisch gezapften Bieres zu sehen. Entgegen dem Volksmund „ein gutes Pils braucht sieben Minuten“, raten Bierexperten und -Gourmets zu einem zweiphasigen Zapfen in nur drei Minuten. Zunächst sollte das Bierglas langsam mit der ersten Schaumkrone bis zum Glasrand gefüllt werden. Nach dem Setzen der Schaumkrone dann einmal nachzapfen und voilá – das perfekte Pils ist serviert! Jetzt noch sicherstellen, dass das „flüssige Gold“ ungefähr 8 Grad besitzt und das Trinkerlebnis ist abgerundet.

Zu den bekanntesten Marken und Herstellern gehören unter anderem:

  • Oettinger
  • Warsteiner
  • Krombacher
  • Bitburger
  • Beck’s
  • Hasseröder
  • Veltins

Als untergäriges Bier ist das Pils eng verwandt mit Biersorten wie dem Lagerbier, dem Exportbier, dem Märzen und dem Schwarzbier.

Das Bier in Deutschland hat bereits eine lange Tradition und ist nicht mehr aus der Kultur wegzudenken. Da wundert es nicht, dass es in Deutschland über 5.000 verschiedene Biere gibt. Aber nicht nur hier wird deutsches Bier mit seinem Reinheitsgebot geschätzt, auch im Ausland ist Bier „Made in Germany“ sehr begehrt. Italien, Frankreich, die Niederlande und die USA zählen zu den wichtigsten Auslandsmärkten der deutschen Brauereien.

Bierfass

Vielfalt der Bierstile

Neben der beliebtesten Biersorte Pils, gibt es in der deutschen Bierlandschaft zahlreiche andere Variationen, wie Export-, Weizen- oder Kellerbier, helles oder dunkles Bier. Da ist für jeden etwas dabei! Sogar jeder 20. Liter Bier ist alkoholfrei. Wie mit dem Essen, ist es auch bei den Bieren so, dass in verschiedenen Gebieten Deutschlands auch unterschiedliche Bierstile bevorzugt werden. Das Weißbier in Bayern, Schwarzbier in Sachsen und dunkle Biere in Franken. Die wohl bekannteste Rivalität zweier Städte und ihrem Bierstil, findet man zwischen Köln und Düsseldorf. Beide Städte trinken zwar bevorzugt obergärige Biere, jedoch wird in Köln Kölsch getrunken, ein helles, süffiges Bier, während in Düsseldorf Altbier, ein dunkleres, malzigeres Bier beliebt ist. Die beiden Städte liegen nur 40 Kilometer voneinander entfernt und doch sind die Biervorlieben derart verschieden.

Stetig kommen zu den bisher bestehenden Bierstilen neue hinzu, da sich die deutschen Brauer im Rahmen des deutschen Reinheitsgebots ausprobieren, um die Sorten- und Markenvielfalt zu vergrößern. Jeder Bierstil ist anders, hat seinen eigenen Charakterzug und sein eigenes Aroma. Meist kommt es nur auf Kleinigkeiten an, die beim Brauen verändert werden, um einen neuen Bierstil zu kreieren. 

Pils

Das hellgelbe untergärige Pilsbier erlangt seine herbe Note durch eine starke Hopfung. Durch die Verwendung einer höheren Stammwürze kommen intensivere Hopfenaromen zur Geltung. Zu dem bitteren Geschmack des Hopfens gesellen sich frische Zitrusnoten.

Weizen

WeizenbierEin Münchener Klassiker ist das Weißenbier, oder auch Weißbier genannt. Dieses hat ein malziges vollmundiges Aroma. Als obergäriges Bier ist es in der Regel hefetrüb, erfrischend und von dezenten Fruchtnoten gekennzeichnet. Es hebt sich als fruchtig würzige sommerliche Erfrischung hervor, egal ob naturtrüb als Hefeweizen, oder klar als Kristallweizen. Das dunkle Weizenbier hat einen stärkeren Malzcharakter.

Schwarzbier

SchwarzbierSeine dunkle Färbung erhält das Schwarzbier durch die dunklen Malze, die beim Brauen verwendet werden. Gekennzeichnet ist es durch ein malzbetontes, vollmundiges Aroma, mit leichten Kaffee- und Schokoladennoten. Der Hopfen agiert hier lediglich, um den süßen Charakter auszubalancieren. Der Unterschied zwischen einem Schwarzbier und einem Porter liegt allein darin, dass Schwarzbiere in der Regel untergärig sind, wogegen ein Porter mit obergäriger Hefe vergoren wird.

10 Biermythen: Wie viel Wahrheit steckt wirklich dahinter?

Wer kennt es nicht: Man ist auf einer Party und hat das ein oder andere Bier getrunken und möchte dann umschwenken auf Wein. Doch ist das so eine gute Idee? Wir klären die zehn größten Biermythen auf und prüfen sie auf ihren Wahrheitsgehalt.

„Bier ist eine Kalorienbombe“

Vergleicht man andere Getränke wie Apfelsaft oder Milch wird deutlich, dass Bier mit 76 Kilokalorien pro 200 ml weniger Kalorien hat als Milch (136 kcal) oder Apfelsaft (96 kcal). Rotwein hat fast doppelt so viele Kalorien wie Bier. Somit ist dieser Mythos falsch und führt uns direkt zu dem nächsten

„Bier erzeugt einen Bierbauch“

Basierend auf den vorigen Erkenntnissen stimmt auch dieser Mythos nicht, wie auch zahlreiche Studien belegen. Bei einer Londoner Studie haben Wissenschaftler die Daten von Frauen und Männer verglichen und anhand des Body-Maß-Index (BMI), des Taille/Hüft-Verhältnis und den Konsum von Bier festgestellt, dass es keinen Zusammenhang gibt. Der Biergenuss hat also nichts mit der Körperform zu tun.

„Bier sollte eiskalt serviert werden“

Den besten Biergenuss hat man wenn das Bier zwischen vier und fünf Grad hat. Doch wieso gibt es diesen Irrglauben? Eiskaltes Bier betäubt den Gaumen und dämpft somit den Geschmack des Bieres. Das hat zur Folge, dass man mehr trinkt, weil das Bier wie Wasser schmeckt. Wenn man Bier genießen will, dann sind gefrostet Gläser und Bier aus dem Tiefkühler nicht die beste Idee.

„Warmes Bier hilft bei Erkältung“

Grundsätzlich wirken die ätherischen Öle und Bitterstoffe im Bier antibakteriell. Das es aufgewärmt wurde, verstärkt diese Wirkung ebenfalls. Jedoch sollte man bedenken, dass Bier bei Fieber nicht gut für den Körper ist und man davon lieber die Finger lassen sollte, denn der Alkohol schwächt das Immunsystem. Vielleicht dann doch besser einen Kräutertee!

„Bier macht schöne Haut und Haare“

Nicht so ganz: Bier enthält zwar Vitamine B2 und Pantothensäure, die grundsätzlich Haut, Haare und Nägel pflegen, allerdings sind diese in so geringen Dosen vorhanden, dass es keinerlei Auswirkungen hat. Im Vergleich dazu erzielt man mit Vollkornprodukten bessere Ergebnisse.

 „Bier auf Wein, das lass sein“

Dieser Mythos ist wissenschaftlich nicht belegt. Dieser Ausdruck stammt aus dem Mittelalter als Bier das Getränk für das allgemeine Volk war, wohingegen Wein den Reichen und Wohlhabenden vorbehalten war. Wer also zuerst Bier trinkt und dann Wein hat einen sozialen Aufstieg, umgekehrt ist es allerdings ein gesellschaftlicher Abstieg. Also wer Lust hat nach einem schweren Rotwein ein leckeres Bier zu trinken … wohl an!

„Im alkoholfreien Bier ist kein Alkohol“

Diese Aussage ist falsch. Obwohl ein Bier als alkoholfrei deklariert ist, kann es dennoch Alkohol enthalten. In Deutschland gilt ein Bier mit 0,5 Volumenprozenten oder weniger als alkoholfrei. Im Vergleich zu anderen Ländern sind die Grenzen für den Alkoholgehalt in alkoholfreiem Bier enger. In Großbritannien darf Bier nur als alkoholfrei gelten wenn es weniger als 0,05 Prozent Alkohol enthält.

„Dunkle Biere schmecken alle gleich“

Nein, nicht alle dunklen Biere schmecken gleich, denn die Farbe des Bieres sagt nur etwas darüber aus, wie viel Darrmalz oder gerösteter Malz verwendet wurde. Weitere Faktoren wie die Bitterheit, Süße oder Alkoholgehalt spielen ebenfalls mit in den Geschmack hinein.

„Altern macht Bier besser“

Grundsätzlich wird richtig gebrautes Bier perfekt zum Verzehr abgefüllt, doch viele Menschen lagern ihr Bier für mehrere Jahre im Keller, damit es mit den Jahren reift. Das Bier verändert zwar seinen Geschmack im Laufe der Zeit, muss dadurch aber nicht zwangsläufig besser werden.

„Dosenbier und Flaschenbier haben den gleichen Geschmack“

Auch dieses ist ein Irrglaube, denn das Bier schmeckt aus beiden Gefäßen unterschiedlich. Der Grund für den unterschiedlichen Geschmack ist, dass das Dosenbier vor dem Abfüllen erhitzt wird, um somit mögliche Bakterien zu entfernen. Bei diesem Vorgang gehen allerdings Geschmacksstoffe verloren.

Wir haben festverankerte Biermythen aufgeklärt. Der lang geglaubte Mythos, dass man kein Bier auf Wein trinken soll, wurde somit entlarvt. Wenn man sein Bier genießen möchte, sollte man dieses nicht in dem Tiefkühler lagern, denn das verfälscht den Geschmack. Ihr habt euch schon immer gefragt, warum euer Bier anders schmeckt wenn ihr es aus einer Dose trinkt? Dann habt ihr jetzt hier die Antwort auf diese Frage. Ebenfalls stimmt es nicht, dass Bier eine Kalorienbombe ist oder einen Bierbauch macht, denn Bier hat weniger Kalorien als Milch oder Apfelsaft. Somit könnt ihr euer Bier weiterhin genießen ohne die Sorge zu haben, dass die Kalorien auf den Hüften landen. Prost!