Die Revolution des Bieres

Bier entwickelte sich mit dem Fortschritt der Menschen. Man war unentwegt bemüht seine Rezeptur zu verfeinern und den Biergenuss zu optimieren.

Die Industrialisierung und das Bier

Entwicklung Dampfmaschine

Besonders in der Zeit des 19. Jahrhunderts revolutionierte sich das Bier. Sogenannte Dampfbierbrauereien entstanden im Zuge des Durchbruches der Dampfmaschine im 18. Jahrhundert. Davor wurde das Malz stets über offenem Feuer getrocknet, dadurch war die Temperatur kaum zu kontrollieren, was zur Folge hatte, dass ausschließlich dunkles Malz produziert werden konnte. Mit der Einführung der Heißluft-Darre im Jahr 1807 und einer neu entwickelten Mälztechnik, gelang es die Malzfärbung zu steuern. Dadurch konnte man jetzt auch helleres Bier brauen. Ein weiterer Durchbruch war die Erfindung der Kältemaschine etwa 70 Jahre später. Damit war es nun auch möglich, den Brauprozess unabhängig von den Außentemperaturen durchzuführen und Bier länger zu lagern. Von nun an gab es keine Brausaisonen mehr, jedes Bier konnte ganzjährig hergestellt werden.

Neuentdeckung der Hefe

In der Zeit der Industrialisierung kristallisierte sich auch die wichtige Rolle von Hefe im Brauprozess heraus. Christian Hansen gelang es schließlich, eine einzige Hefezelle zu isolieren und diese zu vermehren. Damit war die Hefereinzucht entdeckt. Diese ermöglichte eine konstant gleichbleibende Qualität des Bieres.

Entwicklung bis heute

Der technische Fortschritt zeigt sich auch in der Entwicklung der Fässer und Gefäße im Brauprozess. So benutzt man statt Holz nun immer mehr Metallfässer zur Lagerung und Abfüllung. Im Laufe der Zeit hat sich ein zylindrischer Behälter, auch Keg genannt, durchgesetzt. Dieses System baut auf zylindrischen Fässern aus Edelstahl auf, für die man automatischen Reinigungs- und Abfüllanlagen entwickelte. Die Kruke (Krug) wird zur Flasche. Der Bierkasten aus Holz oder Metall zum Kunststoffkasten. Auch die Gefäße wachsen seit der Industrialisierung stetig. Aus diesem Grund ist statt Kupfer heute Edelstahl im Einsatz, da sich dieses besser reinigen lässt.

Das Bier entwickelte sich und mit ihm auch sein Geschmack. Es bekam einen gewissen Standard und gutes Bier gehörte nun nicht mehr dem Zufall an.

Vom Brot zum Bier

Dass Bier schon seit Jahrhunderten ein fester Bestandteil unserer Gesellschaft ist, weiß so gut wie jeder. Aber wie kam es eigentlich zu der „Erfindung“ Bier?

Bier ist eines der ältesten alkoholischen Getränke und wird in der Geschichte der Menschheit schon seit Jahrtausenden konsumiert. Man kann noch immer nicht sagen, wann und wie genau das erste Bier überhaupt erfunden wurde, doch nun wurde die bisher älteste Brauerei der Welt in Israel entdeckt.

Die älteste Brauerei der Welt

In der Höhle von Rakefet südlich von Haifa, sind Hinweise auf eine rund 13.000 Jahre alte Produktionsstätte für Alkohol gefunden worden. Man geht davon aus, dass die Natufier dort ein Bier-ähnliches Getränk produziert haben. Dieses soll gegoren gewesen sein, jedoch einen deutlich geringeren Alkoholgehalt gehabt haben, als das heutige Bier. Die Konsistenz dieses Getränkes erinnert an einen dünnen Haferbrei.

Auf dem Göbekli Tepe, einem Hügel im Südosten der Türkei wurden bei Ausgrabungen große Steingefäße gefunden. Die für ein Fassungsvermögen von 160 Litern ausgelegten Gefäße enthielten Ablagerungen von Oxalag, umgangssprachlich auch Bierstein genannt, was auf einen Fermentierungsprozess hindeutet. Das abgeerntete Getreide wurde somit nicht nur als Nahrung, sondern auch zum Bierbrauen genutzt.

Bier bei den Sumerern

Die Sumerer, die das Gebiet im südlichen Teil Mesopotamiens, des heutigen Iraks, besiedelten, waren vermutlich die ersten Menschen die schriftliche Aufzeichnungen über das Bierbrauen hinterließen. Man geht davon aus, dass die Entdeckung des Gärungsprozesses eher zufällig war. Vielleicht hatte man Brot für einen alten oder kranken Menschen in Wasser eingeweicht, um es leichter kaubar zu machen. Anschließend hat es jemand vergessen, danach noch getrunken und die veränderte Wirkung bemerkt.

Die Braumeister der Sumerer haben ihre Bierrezepte in Keilschrift in Ton oder Stein gemeißelt. Aus diesen Informationen entnehmen wir heute das Wissen über die Epoche und die Tatsache, dass es auch zur Zeit der Sumerer Bier gab. Wir wissen ebenfalls, dass es 10 bis 12 verschieden Biersorten zu dieser Zeit gab und große Mengen Bier hergestellt wurden, die nicht nur den Königen und Göttern zugeschrieben wurden.

Damals „braute“ man das Ur-Bier, indem man Teigfladen aus Gerste oder Weizen in Wasser einweichte. Damit wurde der Gärprozess eingeleitet und ein paar Tage später hatte man eine Art trüben Brei. Auch war das Bier damals lange nicht so haltbar, wie man es heute kennt.

Die  Sumerer benutzten für die Bierherstellung verschiedene Getreidesorten. Zum einen Emmer, welches eine Dinkelsorte ist und besonders von Frauen getrunken wurde. Oft wurden Honig und Gewürze hinzugemischt. Das herbere Gerstengetreide konsumierten vor allem die Männer.

Auch zu der Zeit der Sumerer erhielt das Bier schon einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert. Es war eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel. Sie verbanden damit auch eine Gottheit und es entwickelten sich viele Mythen rund um das Bier und seine Herstellung.

Das Bier hat also schon eine lange Vergangenheit. Und doch genoss man es schon zu der Zeit seiner Erfindung nicht weniger als man es heute tut.