Schaumkrone
Weizen

Das Weizenbier, in Bayern Weißbier genannt, ist ein mit obergärigem Hefen gebrautes Bier, welches nach der Brauung direkt in Flaschen abgefüllt wird und darin reift. Um als Weizen zu gelten müssen zwei Kriterien erfüllt sein: Zum Ersten muss es immer obergärig sein und zum Zweiten muss der Weizenmalzanteil immer mindestens 50% des Gesamtmalzanteils ausmachen. Bei diesem Bier unterscheidet man zwischen zwei Varianten: Dem naturtrüben Hefeweizen und dem klaren Kristallweizen. Optisch zeichnet sich das Weizenbier, je nach Variante, sowohl durch eine lichtgelbe, als auch dunkelbraune Färbung aus. Das vollmundige Aroma wird begleitet von dezenten Fruchtnoten. Besonders erfrischend wird es durch den höheren Kohlensäuregehalt, der für einen spritzigen Geschmack sorgt.

Seine Hochburg liegt in Bayern, jedoch verbreitete es sich rasant in ganz Deutschland. Dies änderte sich schlagartig als das bayerische Herrscherhaus 1567 das Brauen dieses Bieres verbot, um den kostbaren Weizen für die Herstellung von Brot einzusparen.

Ein weiterer Grund für das Verbot war auch das Reinheitsgebot, das ausschließlich Gerste zum Brauen von Bier vorsah. Lediglich dem niederbayerischen Geschlecht der Degenberger war die Verwendung von Weizen in ihrer Brauerei in Schwarzach weiterhin gestattet. Diese bekamen dieses Recht bereits 1529 von Wilhelm IV., dem Begründer des Reinheitsgebots, verliehen. Als der letzte männliche Nachkomme der Familie verstarb, ging sein gesamter Besitz im Jahre 1602 an das bayerische Herrscherhaus zurück. Somit auch das alleinige Recht Bier zu brauen.

Die Wiederkehr des Weizen

1605 gründete Herzog Maximilian I. dann das Weisse-Bräuhaus in München. Hierfür holte er sich die ehemaligen Fachleute der Degenbergers ins Haus, betrieb die Brauerei und war damit der Einzige in ganz Bayern. Von da an war das Weizenbier etwa 200 Jahre lang die beliebteste und meistgetrunkene Biersorte Bayerns.

Der Abschwung

Zum Ende des 18. Jahrhunderts trat das Weizenbier in Konkurrenz mit dem immer beliebter werdenden braunen Bier. Das Geschäft des Herzogs war plötzlich nicht mehr lukrativ, sodass er das Weizenbiermonopol aufhob und jeder das Recht Bier zu brauen zurückerlangte. Im 19. Jahrhundert eroberte dann das Pils, welches auch unter bayerischer Beteiligung entstanden ist, den Platz als beliebtestes Bier Bayerns.

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*